Kapuzinerkressen (Tropaeolum majus & T. minus) als Balkon- oder Gartenpflanzen

Wenn von „der Kapuzinerkresse“ die Rede ist, sind zumeist entweder die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) oder die Kleine Kapuzinerkresse (Tropaeolum minus) gemeint. Die beiden Arten sehen sich nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sie unterscheiden sich auch nicht in ihren Ansprüchen an Licht, Wasser, Erde und Temperatur. Weshalb ich sie hier gemeinsam beschreibe.

Pflege
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: gleichmäßig feucht, Humus/Blumenerde
  • Düngen: Flüssigdünger, Stäbchen, halb konzentriert (Zierpflanze), oragnischer Gemüsedünger (Nutzpflanze)
  • Vermehrung: Samen, Stecklinge
  • Winterhart: nein, aber die Samen können im Boden überdauern und im Frühjahr keimen

Besonderheiten

Weder die Große noch die Kleine Kapuzinerkresse ist winterhart, deshalb werden beide Arten in der Regel nur einjährig kultiviert. Sie eignen sich nicht nur für das sommerliche Beet, sondern auch zur Bepflanzung von Balkonkästen oder Kübeln. Dafür werden am besten niedrig wachsende und nicht rankende Sorten verwendet.

Kapuzinerkresse im Garten

Die Kapuzinerkresse im Beet

Die Kapuzinerkresse eignet sich für sonnige bis halbschattige Standorte. Ideal ist ein humushaltiger, gleichmäßig feuchter aber nicht nasser Boden. Auch etwas Sand wird vertragen. Einen eher mageren Boden kann man durch das Einarbeiten von Blumenerde oder Kompost mit Humus anreichern.

Während der heißen Sommerwochen kann unter Umständen tägliches gießen angesagt sein. Bei Trockenheit lässt sie sofort die Blätter hängen.

Wenn der Boden vor dem Pflanzen mit Humus angereichert wurde, muss die Kapuzinerkresse nicht gedüngt werden. Ich verabreiche gelegentlich eine Kanne Teichwasser.

Wird Tropaeolum majus als Gemüsepflanze genutzt, kann man dem Gießwasser einmal im Monat organischen Gemüsedünger in der vom Hersteller angegebenen Konzentration beimischen.

Um die Blütezeit zu verlängern und das streuen der Samen zu verhindern, sollte Verblühtes regelmäßig entfernt werden.

Die Kapuzinerkresse im Balkonkasten/Kübel

Für die Kultur der Kapuzinerkresse im Balkonkasten oder Kübel kann handelsübliche Blumenerde verwendet werden. Man hält sie gleichmäig feucht, aber nicht nass. Da das Substrat während der heißen Sommertage in den Gefäßen schnell austrocknet, muss man möglicherweise zweimal täglich wässern. Gedüngt werden kann (muss aber nicht) ab der zwölften Woche nach dem Pflanzen mit halbkonzentiertem Flüssigdünger (monatlich) oder Stäbchen.

Tropaeolum majus

Überwintern

Das Überwintern an einem hellen und frostfreien Standort ist möglich. Wer dafür keinen Platz hat, schneidet im Herbst ein paar Stecklinge und zieht sie über Winter groß.

Tropaeolum majus als Schneckenschutz

Der Geruch von Tropaeolum majus soll abschreckend auf Schnecken und Blattläuse wirken. Aus diesem Grund habe ich 2009 versuchsweise ein ganzes Beet mit einer niedrig wachsenden Sorte eingerahmt. Fraßspuren konnte ich an den Pflanzen zwar nicht entdecken, dafür dienten sie den schleimigen Kriechern aber als Tagesversteck. Denn unter ihrem Blätterdach war es schön schattig und der Boden blieb lange feucht. Ein idealer Ausgangsort, um sich während der Nacht über die anderen Gemüsepflanzen herzumachen.

Kapuzinerkresse als Schneckenschutz

Kapuzinerkresse als Schneckenschutz

Vermehrung

Samen, Aussaat

Die Aussaat der Kapuzinerkresse kann im Freiland erfolgen, aber erst, wenn nicht mehr mit Frost zu rechnen ist. Schneller gelangt man an blühfähige Pflanzen, wenn man sie ab Mitte März im Haus vorzieht. Wie das geht, möchte ich hier beschreiben.

Kapuzinerkresse Samen

Die Samen können, müssen aber nicht, vor der Aussaat für 8-12 Stunden in Wasser eingeweicht werden.

Als Substrat eignet sich handelsübliche Blumenerde. Die Saattiefe beträgt ungefähr einen Zentimeter. Bei temperaturen um 20 °C, zeigen sich die ersten Keimblätter bereits nach einer Woche.

Kapuzinerkresse Sämling

Der Standort für die Aufzucht darf sonnig und hell sein. Die Erde hält man gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Gedüngt werden muss in dieser Phase nicht.

Obwohl die Kapuzinerkresse nicht winterhart ist, können ihre Samen im Boden überdauern um im nächsten Frühjahr zu keimen. Wer das nicht möchte, sollte Verblühtes regelmäßig entfernen.

Stecklinge

Die Vermehrung durch Stecklinge ist ebenfalls möglich. Sie können sofort nach dem Schnitt eingetopft werden. Bei Temperaturen zwischen 20 und 25 °C zeigen sich die ersten Wurzeln nach einer Woche.

Kapuzinerkresse Steckling

Steckling von T. majus 6 Tage nach dem Schnitt.

Kapuzinerkresse Sorten

Von Tropaeolum majus und auch von T. minus sind viele Sorten zu erhalten. Einige davon möchte ich hier vorstellen.

Tropaeolum „Hermine Grashoff“

Tropaeolum Hermine Grashoff

Tropaeolum „Hermine Grashoff“

Tropaeolum „Hermine Grashoff“ ist eine gefüllt blühende, sterile (unfruchtbare) Sorte. Sie lässt sich nur durch Stecklinge vermehren.

Alaska-Mix (T. majus)

Alaska-Mix

Alaska-Mix

Beim Alaska-Mix, der gelegentlich auch als Alaska Mischung angeboten wird, handelt es sich um Sorten mit panaschierten („bunten“) Blättern. Sie blühen in gelb, orange oder dunkelrot. Damit sie ihre Blattzeichnung ausbilden können, benötigen sie einen sonnigen Standort.

„Peach melba“ (T. minus)

Kleine Kapuzinerkresse

Kleine Kapuzinerkresse (T minus)

Kompakt wachsende, gelb blühende Sorte, die ungefähr 25 Zentimeter hoch wird.

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