Orchideen umtopfen

Orchideen sollten, wie andere in Kübeln oder Töpfen wachsende Pflanzen auch, gelegentlich umgetopft werden. Das dies alle 2 bis 3 Jahre geschieht, ist vor allem für die epiphytisch (als Aufsitzer) wachsenden Arten wichtig. Das grobe, zumeist aus Rindenstücken bestehende Substrat, verdichtet sich mit der Zeit.

Nachfolgend möchte ich das Umtopfen von epiphytischen Orchideen beschreiben. Dabei handelt es sich um Arten, die auf Bäumen sitzend wachsen.

Das sind übrigens keine Schmarotzer, ihre Nährstoffe beziehen sie aus dem Regenwasser oder vermodernden Pflanzenteilen, die sich zum Beispiel in Astgabeln sammeln.

Das Substrat für epiphytisch wachsende Arten besteht aus groben Bestandteilen, wie Pinienrinde. Seine Haltbarkeit ist begrenzt, nach zwei bis drei Jahren beginnt es zu vermodern und verdichtet sich.

Dann sollte umgetopft werden, denn die Wurzeln der Aufsitzerpflanzen mögen es luftig und verfaulen in zu dichtem Substrat. Aus diesem Grund darf man sie auch nicht in Blumenerde pflanzen.

Da die ersten drei Tage nach dem Umtopfen nicht gegossen wird, sollte man die Pflanzen am Abend zuvor nochmals gut wässern.

Hier verwendet habe ich eine Phalaenopsis-Hybride.

Durch sanftes Drücken auf die Topfseiten wird das Substrat gelockert. Nun kann man versuchen die Pflanze vorsichtig aus dem Topf zu entnehmen. Dabei gilt es die Wurzeln nicht zu verletzen.

plastiktopf

Haben die Wurzeln den Topfboden bereits durchdrungen, muss dieser vorsichtig aufgeschnitten werden, damit die Orchidee ohne Schäden entnommen werden kann.

wurzeln reinigen

Das alte Substrat wird vorsichtig von den Wurzeln gelöst.

wurzeln

Abgestorbenes Wurzelwerk entfernen. Dies zu erkennen ist mitunter nicht ganz einfach, so waren im vorliegenden Fall die Wurzeln im unteren Bereich noch frisch, jedoch weiter oben schon abgestorben. Ein sicheres Zeichen dafür ist, wenn sie sich hohl und trocken anfühlen. Die verwendete Schere sollte desinfiziert sein, ich habe sie hierzu kurz mit dem Feuerzeug erhitzt.

phalaenopsis

Die Orchidee ist jetzt präpariert für ihren neuen Topf.

umgetopfte orchidee

Um einen optimalen Wasserabfluss zu gewährleisten, sollte der Topf mit einer drei bis fünf Zentimeter hohen Schicht aus Blähton oder grobem Kies gefüllt werden. Ich habe hier Kies verwendet (und es leider verpeilt zu knipsen). Dann folgt eine Schicht Substrat, darauf wird die Orchidee mittig eingesetzt und die Seiten werden rundum mit Substrat gefüllt. Damit es sich etwas setzen kann, sollte leicht am Topf gerüttelt oder geklopft werden. Zum Schluss drückt man das Substrat sanft an.

Die Orchidee darf nicht zu tief gepflanzt werden, der Ansatz des Stamms oder die Bulben müssen auf dem Substrat sitzen.

Um das Trocknen von möglicherweise beschädigten oder gekürzten Wurzeln zu ermöglichen, wird in den folgenden drei Tagen nicht gegossen.

Epiphytisch wachsende Arten

Die Arten und Sorten aus den folgenden Gattungen können wie hier beschrieben umgetopft werden:

  • Cambria, Colmanara, Burrageara, Beallara
  • Phalaenopsis
  • Brassia
  • Oncidium
  • Odontoglossum
  • Dendrobium
  • Epidendrum
  • Cympbidium
  • Cattleya
  • Vanilla
  • Miltonia, Miltonidium, Miltassia
  • Zygopetalum
  • Paphiopedilum (Frauenschuh)

Umtopfen FAQ

Darf man blühende Orchideen umtopfen?

Grundsätzlich ja, besser ist es aber, wenn man es nach der Blütezeit macht. Davon geht die Orchidee nicht ein, es kann aber vorkommen, dass Blüten oder Knospen abgeworfen werden.

Bei den Sorten, die so gut wie das ganze Jahr über blühen, lässt es sich eh nicht vermeiden.

Wann sollte man umtopfen?

Ein guter Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr. Aufgrund des geringeren Lichtangebots während des Winters haben viele Pflanzen eine Wachstumspause eingelegt.

Ungünstig ist das Umtopfen wenn:

  • gerade ein neuer Blütentrieb wächst,
  • sich die Pflanze in der Ruhephase befindet, wie zum Beispiel Dendrobien, nachdem die neuen Triebe ausgewachsen sind,
  • sich die Bulbe (Verdickung) bildet, was bei einigen Arten ein Zeichen für das anschließende Blühen ist.

Wie oft muss umgetopft werden?

Bei den epiphytisch wachsenden Arten ist ein Zeitraum von zwei bis vier Jahren ideal. Je nachdem wie locker das Substrat noch ist.

Die terrestrisch (in der Erde) wachsenden Arten können behandelt werden, wie andere Zimmerpflanzen. Man topft um, wenn die Wurzeln den Topfballen gut durchdrungen haben.

Meine Lithophyten (auf oder zwischen Steinen wachsend) behandle ich wie die Epiphyten.

Was gilt es beim Umtopfen von Mini-Orchideen zu beachten?

Bei den Minis handelt es sich zumeist um kleinbleibende Phalaenopsis-Sorten. Die aber doch erstaunlich lange Wurzeln entwickeln zu können.

Umgetopft werden sie wie die Großen.

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